Archiv für Dezember 2012

Als Zombie oder als Mutant*in, wichtig ist der Widerstand!

Mit gemischten Gefühlen erwarten wir die Apokalypse. Obwohl nach dem großen Knall alles anders sein wird, fühlen wir uns verpflichtet, die Soliküche weiterzuführen und lediglich an das wahrscheinlichste Szenario anzupassen. Wir werden die nächsten Wochen damit verbringen, die Trümmer des Juzis zu einem notdürftigen Unterstand zurechtzuzimmern und in den Ruinen der umliegenden Gebäude Geschirr zusammenzuplündern. Eine provisorische Versorgung der Überlebenden und Untoten findet ab dem 8. Januar wieder statt. Sollte der Weltuntergang aller Wahrscheinlichkeit zum Trotz nicht eintreten, könnt ihr untenstehende Änderungen als nichtig betrachten, und wir wünschen euch eine schöne Winterpause und sind im alten, unverstrahlten Juzi trotzdem am 8. Januar wieder da!

(Das mit dem „Zombie vom Grill“ ist selbstverständlich nur ein Scherz, in Wirklichkeit wars Seitan. So ernst uns die Endzeitthematik ist – ein bischen Scherzen können wir noch ;) )

Bei der Soliküche kocht, backt, brät, schnippelt, putzt und brutzelt eine Gruppe von Wesen, die Spaß daran haben, leckeres veganes Essen zuzubereiten. Jede Woche dienstags kochen wir für Menschen, nichtmenschliche und untotmenschliche Tiere. Soliküche bedeutet für uns nicht nur Kochen, sondern auch die Unterstützung und Gestaltung von Aktionen wie Konserventauschen, Plündern und anderen Soli-Veranstaltungen.

Warum das Ganze?

Wir wollen mit der Soliküche zeigen, wie lecker, einfach und gut es ist auch nach dem Weltuntergang vegan zu kochen. Veganes Essen kann vielfältig, abwechslungsreich und relativ strahlungsarm sein, und eine vegane Ernährung stellt – auch für Zombies – keinen ‚Verzicht‘ dar, sondern eine kreative kulinarische Erweiterung. Sie soll allen Zombies, Mutierten, Lebenden und Unlebenden als wöchentlicher Treffpunkt zur Verfügung stehen, ohne dass es einen Zwang zu Gladiator*innenkämpfen gibt. Auch Menschen mit wenig Munition sollen Zugang zu gutem, leckerem Essen haben. Wir sind nicht bloß ein Ort, wo mensch*zombie*mutant schnell und günstig Essen abgreifen kann. Mit der Soliküche beteiligen wir uns aktiv am Endzeitgeschehen. Wir wollen nicht nur plündern, sondern auch etwas geben. Für uns alle ist die Soliküche ein politisches und soziales Projekt!

Warum vegan?

Unsere Gesellschaft beruht auf Herrschaftsmechanismen, wie z.B. Sexismus und Rassismus. Eine weitere Herrschaftsform ist Breathismus. Das derzeit herrschende Mensch-Zombie-Verhältnis, welches einerseits Menschen als Produktionseinheiten von Gehirn für die Zombies subsummiert, und andererseits es als legitim betrachtet Zombies in den Kopf zu schießen, lehnen wir ab. Wir kritisieren daher alle diese Herrschaftsformen, ohne ihnen eine Wertigkeit zuzuordnen, und versuchen, sie mit und in unserem Projekt soweit wie möglich zu überwinden. Wir sind gegen die Ausbeutung von Mensch und Tier, von menschlichen und nichtmenschlichen Zombies, von Lebenden und Unlebenden! Kopfschüsse auf Zombies stellen eine Gewaltausübung dar, die mit unserer emanzipatorischen Grundhaltung nicht vereinbar ist. Darüber hinaus setzt die Herstellung von tierlichen Produkten wie Milch, Eiern und Fleisch und Gehirn voraus, dass Tiere und Menschen eingesperrt, ausgenutzt und letzten Endes getötet werden. Deswegen kochen wir ausschließlich vegan, d.h. wir verwenden keinerlei Produkte, die aus Tiernutzung hervorgegangen sind, selbstverständlich werden daher auch keine Gehirne verarbeitet.

Warum gewaltfrei?

Wir wünschen uns einen Raum, in dem sich alle Lebe- und Unlebewesen wohlfühlen können. Nicht nur wenn Personen das Gehirn gegessen wird oder zombiefeindliches Verhalten wie Kopfschüsse können andere belästigen, es sind auch Situationen denkbar, in denen sich andere vom Gehirn-Konsum per se gestört fühlen können, z.B. wenn Leute gerade mit ihrem Kannibalismus aufhören wollen oder ein Zombiefizierungsproblem haben. Deswegen wünschen wir uns die Soliküche als einen gewaltfreien Raum, und es wäre schön, wenn drinnen im Ballsaal sowie draußen bei den Tischen nicht geschossen oder Gehirn gegessen wird. Wer Wesen töten oder ihr_sein Gehirn essen will, kann dies außerhalb der Soliküche tun. Es wäre schön, wenn ihr darauf Rücksicht nehmen könntet!

Winterpause

Am 18.12. ist die letzte Soliküche im Jahr 2012. Am 21.12. geht die Welt unter. Am 22. wachen wir auf, Welt doch nicht untergegangen, Augen reiben und weiter den Kapitalismus zernagen ;-)

Am 25.12. und 01.01. gibt es keine Soliküche
Am 8. Januar geht es dann wie gewohnt weiter, jeden Dienstag im Juzi, ab 17:30 Kochen, ab 20:00 Essen. Wir freuen uns auf euch!

Brandanschlag auf Hühnermastanlage

Am frühen Morgen des 22. Novembers sind in Meppen, Niedersachsen, drei von zehn Ställen auf dem Gelände einer Hühnermast-Anlage niedergebrannt. Die Ställe waren zum Zeitpunkt des Brands leer. Am darauf folgenden Tag sollten rund 63.000 Küken auf einer Fläche von insgesamt 3.000 Quadratmetern eingesetzt werden. Die Ställe sind bis auf die Grundmauern komplett ausgebrannt. Der Schaden wird auf über eine Million Euro geschätzt.

Brand Meppen

Nachdem die Polizei von Anfang an von einem Brandanschlag ausging, der vermutlich von sogenannten „militanten Tierschützern“ begangen worden sei, ist am 2. Dezember ein Bekenner*innenschreiben auf Indymedia aufgetaucht.

Bereits in den vergangenen Jahren gab es in Niedersachsen immer wieder Brandanschläge auf tierausbeutende Unternehmen. Zu den meisten der Anschläge liegen Bekenner*innenschreiben vor, in denen oft das Kürzel ALF (für Animal Liberation Front) oder TBF (für Tierbefreiungsfront) verwendet werden. Das Kürzel steht für Gruppen, die direkte Aktionen wie Tierbefreiungen oder Sachbeschädigungen durchführen, dabei jedoch darauf achten, dass weder Menschen noch andere Tiere dabei körperlich zu Schaden kommen.

Hier eine (unvollständige) Übersicht:

* 2006 Brand in einem Schlachthof in Hannover. Schaden: 200.000 Euro.
* 2007 Brand einer „Wurstfabrik“ in Ronnenberg. Schaden: über 1 Million Euro.
* 2010 Brand einer leerstehenden Hühnermastanlage in Sprötze. Schaden: 500.000 Euro.
* 2011 Brand von leerstehenden oder im Bau befindlichen Hühnermastanlagen in Vechelde-Alvesse (Schaden: rund 500.000 Euro), Mehrum und Schnega (Schaden: mehrere 10.000 Euro)
* 2012 Brand der leerstehenden Hühnermastanlage in Meppen. Schaden: über 1 Million Euro.

Zum Brand in Meppen erschien am 22.11. ein Videobeitrag vom NDR, in dem es zum Ende heißt: „Der einzige Trost […]: Menschen oder Tieren ist dieses Mal nichts passiert.“ Bei allen anderen Anschlägen übrigens auch nicht, da es zu den Grundsätzen von direkten Aktionen der TBF/ALF gehört, sicherzustellen, dass keine Menschen oder anderen Tiere körperlich verletzt werden. Das Ziel solcher Anschläge ist es, der Tierausbeutung wirtschaftlichen Schaden zuzuführen.

Die Verein die tierbefreier e.V. hat eine Presserklärung veröffentlicht, in der es unter anderem heißt:

„Tiere sind fühlende Lebewesen, sie verspüren Angst und Schmerz. Die Gewalt und das Leiden, das sie in diesen und anderen Tierausbeutungsbetrieben erfahren – bis hin zu ihrem Tod –, ist so immens, dass es Menschen gibt, die es nicht bei Appellen belassen, sondern die zu direkten Aktionen greifen, um dem entgegenzuwirken. Dabei werden unterschiedliche Aktionsformen angewandt, etwa Tiere befreit, Leiden verursachende Gegenstände zerstört, oder aber auch wirtschaftliche Sabotage durchgeführt, bei der Unternehmen getroffen werden, die ihr Geld durch Gewalt auf dem Rücken von gequälten Tieren „erwirtschaften“. Häufig geben sich Gruppen, die solche Aktionen durchführen, die Bezeichnung „Tierbefreiungsfront“ oder „Animal Liberation Front“ (ALF). Seit den 1980er Jahren werden dabei auch immer wieder Brandanschläge auf Tierausbeutungsunternehmen verübt. Dabei wird regelmäßig betont, es werde darauf geachtet, dass weder Menschen noch Tiere durch den Anschlag physisch zu Schaden kommen.
Während die „Niedersächsische Geflügelwirtschaft“ bei dem Anschlag von einem „feigen Akt“ spricht, sprechen wir von „mutigen AktivistInnen“, die ihre eigene Freiheit riskieren, um direkt gegen Gewalt an und Quälerei von Tieren in unvorstellbarem Ausmaß anzugehen.“

Die Hühnermastanlagen sind als Zulieferbetriebe für den umstrittenen Großschlachthof in Wietze bei Celle gedacht. Dort sollen für die Firma Rothkötter acht Hühner pro Sekunde getötet werden, eine halbe Million am Tag. Der Schlachthof in Wietze wäre damit der größte Geflügelschlachthof in Europa. Um den Schlachthof voll in Betrieb nehmen zu können, müssten in der Region um Wietze genügend Zuliefererbetriebe vorhanden sein. Dazu müssten rund 420 Mastbetriebe mit jeweils ca. 40.000 Tieren errichtet werden. Die Anlage in Sprötze war als erster der rund 420 Zulieferbetriebe geplant. Bisher konnten nur einige wenige der geplanten Mastanlagen realisiert werden, auch aufgrund von massiven Protesten.

Gegen den Bau des Schlachthofs gab es von Anfang an starken Widerstand, der von staatlicher Seite mit Repression beantwortet wurde. Weitere Infos unter Anti Industry Farm.

Weihnachtsbrownies

Als kleinen Vorgeschmack auf das neue vegane Backbuch, das ein paar Leute aus Göttingen und anderswo seit einiger Zeit schreiben, gab es diesen Dienstag leckere Weihnachtsbrownies.

Wir befinden uns mit dem Buch im Endspurt, im Frühjahr soll es fertig und auf unserem Blog frei verfügbar sein. Wir suchen noch Menschen, die sich auch kurzfristig an diesem Gemeinschaftsprojekt beteiligen möchten: Rezepte probebacken, Korrektur lesen etc. Wenn du Lust dazu hast, schreib uns eine E-mail!

Weihnachtsbrownies

Zutaten für 1 Blech (kein Großküchenofen):

Apfelmark (300g)
Rohzucker (200g)
Vanillezucker (2 TL)
Mehl (350g)
Kakao (120g)
Backpulver (4 TL)
Backnatron (1 TL)
Zimt (1 TL)
Salz (1 TL)
Muskat (1 Msp)
Kardamom (1 Msp)
Nelkengewürz (1 Msp)
dunkle Zartbitterschokolade (100g)

Zubereitung

Den Ofen auf 175°C vorheizen und Backblech mit etwas erhöhtem Rand mit Backpapier auslegen. Apfelmark, Zucker und Vanillezucker in einer Schüssel vermengen. In einer zweiten Schüssel Mehl, Kakao, Backpulver, Backnatron und Gewürze vermischen. Anschließend die Apfelmarkmischung hinzugeben und alles gut verkneten. Zuletzt die Schokoladen zerkleineren und untermengen. Den Teig auf dem Backblech verteilen und für 25 bis 30min backen. Die Brownies sind fertig, wenn der Teig fest und nicht mehr klebrig ist. Bevor ihr den Teig in kleine Stücke schneidet sollte er komplett ausgekühlt sein.

Die Brownies können noch mit einem Schokoladenguss verfeinert werden. Dazu 160-200 g Zartbitter-Schokolade im Wasserbad schmelzen und 50 g Margarine einrühren. Alles zu einer glatten Crème verrühren. Den flüssigen Guss etwas abkühlen lassen, bis er etwas zähflüssiger wird, und dann auf den Kuchen pinseln.

Kleiner Tip: Unsere Brownies sind ja leider ein wenig schwarz geworden und waren deswegen etwas trocken. In unserem Ofen ist das immer ein wenig schwierig. Für weniger trockene Kuchen klappt es super, ein wenig Sojajoghurt zum Teig zu geben!

Eintopf aus handverlesenen Linsen mit mundgeklöppelten Bohnen

Da der Linseneintopf vorgestern so viel Fans bekommen hat – so gehts:

Zuerst braucht ihr ein paar Hippies die Linsen anbauen und euch dann nen Sack voll gemischter Linsen schenken. Ich glaube es waren Beluga-Linsen gemischt mit Tellerlinsen. Dann setzt ihr euch hin und lest ein paar Tage lang Linsen, d.h. Steine, Erdklumpen, Pflanzenreste und verdorbene Linsen raussortieren. Baut eine innige Beziehung zu den Linsen auf. Denkt an das Märchen Aschenputtel. Aber missbraucht keine Tauben dazu, das hier ist ein veganer Eintopf!

Wenn ihr fertig seid, Linsen waschen und nen Tag lang in kalten Wasser einweichen. Findet einen Haufen verrückter Leute die Bock haben mit euch zu kochen. Fragt um Gemüsespenden. Alles was da ist kommt in den Topf. Wascht die eingeweichten Linsen nochmal und los gehts. Schnibbelt und brutzelt drauf los. Wenn es Form annimmt abschmecken mit Salz, Pfeffer, Gemüsebrühe und so weiter. Kriegt einen Schreck, weil es schon 5 vor 8 ist. Noch viel viel viel Senf reintun. Vegane Pampe ist fertig. ;)

Alternativ könnt ihr es natürlich auch so versuchen:

250 g Linsen kaufen oder containern, waschen, einweichen, nen Tag warten, nochmal waschen, kochen.
1-2 Zwiebeln, schnibbeln, in Pfanne schön lange anbraten, zu den gekochten Linsen in den Topf tun
2 große Möööhren, schnibbeln, anbraten, rein
1/4 Knolle Sellerie, schnibbeln, anbraten, rein
eine Hand voll grüne Bohnen in mundgerechte Stücke schneiden, rein
100 g Räuchertofu richtig knusprig anbraten und rein damit
1-2 Zehen Knoblauch in den Eintopf pressen
Sonstiges Gemüse der Saison, bei uns waren es Auberginen, schnibbeln, anbraten und rin damit
Auberginen sollten mit viel Salz und viel Fett angebraten werden. Richtig lange.

Dann noch frische Tomaten oder Tomatenmark je nach Geschmack dazu.

Der Eintopf sollte lange durchgekocht werden, so wird es erst richtig gut.
Abschmecken mit einigen Teelöffeln Salz und Rauchsalz, 2-4 Esslöffel mittelscharfen Senf, etwas Essig, frisch gemahlenen oder gemörserten Pfeffer, frisch gemörserten Koriander, evtl. auch gemörserte Senfsaat (wenn ihr sowas habt), wenn ihr wollt auch mit Gemüsebrühe oder Hefeflocken abschmecken. Dann noch viel getrocknete oder frische Petersilie.
Etwas warten. Wenn es jetzt noch nicht gut ist und ihr nicht wisst was noch rein soll, muss wahrscheinlich noch mehr Senf oder Fett dazu. Vielleicht auch Hefeflocken.

Als Beilage sind einige Kartoffeln gut. Außerdem Salat.

Viel Spaß!

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