Archiv für Januar 2013

Oury Jalloh: 12.2.

Am 12. Februar wird es im Juzi im Anschluss an die Soliküche (also so gegen 21 Uhr) ein Vortrag der Initiative in Gedenken an Oury Jalloh e.V. geben.

Am 7. Januar 2005 ist Oury Jalloh im Polizeirevier Dessau bei lebendigem Leib verbrannt. Bis heute ist nicht geklärt, was an diesem Tag in Zelle Nr. 5 tatsächlich geschehen ist. Während Verwandte, FreundInnen und die Initiative in Gedenken an Oury Jalloh von Mord sprechen, wurde im ersten Prozess gegen zwei Polizisten lediglich Anklage wegen „fahrlässiger Tötung“ bzw. „fahrlässiger Körperverletzung mit Todesfolge“ erhoben. Der Prozess endete mit einem Freispruch, obwohl sich PolizeizeugInnen in eklatante Widersprüche verwickelt hatten. Am 7. Januar 2010 kassierte der Bundesgerichtshof in einer spektakulären Entscheidung das Urteil des Dessauer Landgerichts. Der Fall wird nun seit zwei Jahren vorm Landgericht Magdeburg neu verhandelt.

Bis heute fußt die Klage der Staatsanwaltschaft auf der Annahme, dass Oury Jalloh trotz Fixierung an Armen und Beinen mit einem Feuerzeug seine feuerfeste Matratze selber angezündet habe. Das fragliche Feuerzeug ist jedoch erst zwei Tage nach dem Brand aufgetaucht. Zudem wurde bei einer erneuten Untersuchung dieses Feuerzeugs ganz klar festgestellt, dass es sich zur Brandzeit nicht am Brandort befunden haben kann. Denn es weist keinerlei Materialspuren der Matratze oder der Kleidung von Oury Jalloh auf. Mit diesen hätte es aber verschmolzen sein müssen. Ebenfalls verschwunden sind die Videobänder von der Durchsuchung der Zelle, hinzu kommen weitere Ungereimtheiten aus jüngster Zeit..

Die Initiative in Gedenken an Oury Jalloh hat daher einen bekannten Brandgutachter gebeten, in einem unabhängigen Gutachten zu klären, wie das Feuer entstanden ist und welchen Verlauf es genommen hat. Denn für die Verwandten von Oury Jalloh genauso wie für die Oury Jalloh-Initiative, für die Black Community (nicht nur) in Deutschland und für alle, die in einer Gesellschaft ohne Rassismus und Diskriminierung leben möchten, ist es von allerhöchster Bedeutung, die Wahrheit über den Tod von Oury Jalloh ans Licht zu bringen und Klarheit über strukturellen Rassismus insbesondere in deutschen Polizeistationen zu erlangen. Einziges Problem: Ein solches Brandgutachten ist sehr teuer – insgesamt 40.000 Euro. Nicht nur, weil es erforderlich ist, die Zelle nachzubauen, auch Matratzen und andere Materialien müssen angeschafft werden. Hinzu kommen Reise-, Übersetzungs- und sonstige Sachkosten.

Sicherlich, 40.000 Euro sind viel Geld. Wir glauben allerdings, dass diese Ausgabe notwendig ist, vor allem deshalb, weil sich Polizei und Staatsanwaltschaft von Anfang an auf ein einziges Brandszenario festgelegt haben, und zwar das unwahrscheinlichste. Das Geld wollen wir in den nächsten Monaten in einer massenhaften Crowdfunding-Kampagne mit Unterstützung möglichst vieler Spender_innen sammeln, weshalb wir die Devise „700 × 50 Euro“ ausgegeben haben.

Natürlich sind auch kleinere oder größere Beträge willkommen. Mit unserem Rechenbeispiel wollen wir lediglich deutlich machen, dass das Geld schnell zusammen kommen könnte, wenn sich nur genügend Menschen beteiligen.

Tierrechtsdemo “Wiesbaden pelzfrei” am Sa, 26. Januar 2013

wiesbadenpelzfrei

Aus dem Demoaufruf:
„Wiesbaden, die hessische Landeshauptstadt und Standort mehrerer Nobelbekleidungsläden, die teilweise recht viel Echtpelzprodukte im Angebot haben, ist viel zu selten der Schauplatz von Tierrechtsprotesten.
Pelztierfarmen gibt es in Hessen keine mehr, doch die pelzverarbeitende und -verkaufende Industrie ist hier um so mehr vertreten – ebenso die Fur&Fashion Frankfurt GmbH und das Deutsche Pelzinstitut. Lasst uns in Wiesbaden ein klares Zeichen gegen Pelz und alle weiteren Tierausbeutungsformen setzen! Die Demoroute wird an einen Pelzgeschäft und einer ZARA-Filiale vorbeiziehen. Da Pelz nur eines von vielen Tierausbeutungsprodukten ist, richtet sich der Protest auch gegen andere Aspekete, die auch im Rahmen dieser Tierrechtsdemonstration adressiert werden. Im Anschluss an die Demo wird es vegane Snacks und am Abend noch eine Tierrechts-Party geben, also bringt viel Zeit mit.“

Weitere Infos gibt es unter wpf.tierrechtsdemo.de.

15. Januar: Soliküche fällt aus

Nachdem wir uns gestern mit einem phänomenalen Chilli sin carne aus der Winterpause zurückgemeldet haben, nun eine gar traurige Nachricht:

Wegen Renovierungsarbeiten im Ballsaal fällt die Soliküche am Dienstag den 15. Januar aus.
Am 22. Januar wird es wie gewohnt weitergehen.