Was ist die Soliküche?

Bei der Soliküche kocht, backt, brät, schnippelt, putzt und brutzelt eine Gruppe von Leuten, die Spaß daran haben, leckeres veganes Essen zuzubereiten. Jede Woche dienstags kochen wir für 100 oder mehr Menschen, die um 20:00 im JuzI zum Essen kommen. Das Essen ist immer vegan und wird gegen Spende verteilt. Soliküche bedeutet für uns nicht nur Kochen, sondern auch die Unterstützung und Gestaltung von Aktionen wie Demos, Filmen, Konzerten und anderen Soli-Veranstaltungen.

Warum das Ganze?

Wir wollen mit der Soliküche zeigen, wie lecker, einfach und gut es ist, vegan zu kochen. Veganes Essen kann vielfältig und abwechslungsreich sein und es macht uns Spaß, gemeinsam zu kochen. In unser Gesellschaft landen viel zu oft Lebensmittel, die aufgrund absurder Kriterien für nicht mehr verwertbar gehalten werden, auf dem Müll. Auch verschwinden eine Vielzahl altbekannter Gemüsearten, die auch ohne Gentechnik und Herbizideinsatz angebaut werden können, von den Tellern. Wir möchten in der Soliküche aktiv gegen die Überproduktion von Lebensmitteln und die Wegschmeißmentalität agieren. Deswegen nutzen wir oft Nahrungsmittel, die sonst auf dem Müll gelandet wären und unterstützen regionale Gemüseanbau-Projekte. Wir wollen mit der Soliküche einen offenen Raum bereitstellen, in dem sich Menschen einmal in der Woche treffen, informieren, austauschen und dabei lecker essen können. Sie soll allen Leuten als wöchentlicher Treffpunkt zur Verfügung stehen, ohne dass es einen Zwang zu konsumieren gibt. Wir wollen eine Alternative zu Dienstleistungs-Restaurants und Mensen mit Massenabfertigungscharakter darstellen. Wir sind nicht bloß ein Ort, wo mensch schnell und günstig Essen abgreifen kann. Mit der Soliküche beteiligen wir uns aktiv am politischen Geschehen. Wir wollen nicht nur konsumieren, sondern auch etwas geben.
Für uns alle ist die Soliküche ein politisches und soziales Projekt!

Wer macht mit?

Es kochen regelmäßig ca. 5-10 Leute. Wir sind eine offene Gruppe und freuen uns, wenn neue Leute dazukommen. Dabei ist die Gruppe offen für alle, die auch spontan Lust haben mitzuhelfen, auch oder gerade für diejenigen, die ‚angeblich‘ nicht kochen können. Versteht dies als Einladung zur Mithilfe! Es wird nichts vorausgesetzt, z.B. sind wir selbst nicht alle vegan. Entscheidungen werden von uns gemeinsam im Konsens getroffen. Wir sind ein Teil des JuzIs, welches uns einen offenen Raum bietet, in dem wir uns sehr wohlfühlen. Wir treffen uns jeden Dienstag um 17:30 am JuzI, um gemeinsam zu überlegen, was gekocht wird. Auch Menschen, die zum Essen kommen, bringen sich aktiv ein: Vor dem Essen werden z.B Tische und Bänke aufgebaut, bei den letzten Handgriffen wird mit angepackt, sodass wir am Ende zusammen ein gelungenes Menü genießen können. Nach dem Essen räumen alle gemeinsam z.B. die Tische wieder weg und waschen ihr Geschirr ab, damit auch die erschöpften Köch*innen noch ihren Feierabend genießen können. Also:
Wer macht mit? – Alle machen mit! Support your local Soliküche!

Warum vegan?

Gründe gibt es wohl genug, sei es der ökologische Aspekt oder die Kritik am Herrschaftsverhältnis zwischen Mensch und Tier. Die Produktion pflanzlicher Lebensmittel verbraucht weitaus weniger Ressourcen als die Herstellung tierlicher Produkte und schont außerdem Klima und Umwelt. Auch lehnen wir die Reduktion von Tieren als Produktionseinheiten und Maschinen für uns Menschen ab. Tiere sind empfindsame Lebewesen, die ohne Schmerzen leben und nicht getötet werden wollen. Deswegen ist alles gekochte und von uns ausgegebene Essen ausschließlich vegan. Nicht alle, die kochen, geschweige denn alle, die essen, leben selbst vegan. Es ist uns aber wichtig, einen Freiraum für Veganer_innen zu schaffen, in dem sie nicht mit Nahrungsmitteln aus Tiernutzung konfrontiert werden. Hin und wieder kommt es allerdings vor, dass Menschen unvegane Lebensmittel containern und in der Küche verteilen. Diese sind dann allerdings nicht Teil unseres Menüs und ausdrücklich gekennzeichnet.

Warum gegen Spende?

Wir stellen uns gegen die herrschenden Zwänge im Kapitalismus: Wir verlangen keinen festen Preis für unser Essen, sondern wir kochen mit z.T. gespendeten Zutaten und hoffen durch die Spenden unserer ‚Gäste‘ die Kosten zu decken. Die Spende beruht auf der Selbsteinschätzung jeder*s Einzelnen – wer weniger hat, kann weniger geben; wer mehr hat, darf auch etwas mehr spenden.

Was passiert mit den Spenden?

Das eingenommene Geld wird auf drei Wegen verwendet: Einkauf, Soli-Spenden und Küchenausstattung. Mit den Überschüsse unterstützen wir verschiedene meist lokale, linksradikale Projekte sowie die Solidarische Landwirtschaft und Tierrechts-Projekte.

Wo kriegen wir die Zutaten für das Essen her?

Wir versuchen, möglichst viele Lebensmittelspenden zu erhalten, sofern diese vegan und nicht an Bedingungen geknüpft sind. So werden die Nahrungsmittel einerseits davor bewahrt, auf der Mülldeponie zu landen und andererseits dem Kapitalkreislauf entzogen. Gemüse und Obst bekommen wir größtenteils vom Biogroßhandel, von Gärtnereien aus der Region und auf dem Wochenmarkt geschenkt. Durch den Bezug von Gemüse aus einer solidarischen Landwirtschaft in der Nähe von Göttingen unterstützen wir außerdem aktiv marktunabhängigen Gemüseanbau.
Auch geringe Mengen an Lebensmitteln schätzen wir wert und freuen uns immer über spontane Spenden! Gerne Dienstags bis 17:30Uhr beim Juzi vorbeibringen, wenn (noch) keiner da ist, einfach vor die Tür stellen.

Warum drogenfrei?

Wir wünschen uns einen Raum, in dem sich alle Menschen wohlfühlen können. Nicht nur Zigarettenrauch beim Essen oder betrunkenes Verhalten können andere belästigen, es sind auch Situationen denkbar, in denen sich andere vom Drogen-Konsum per se gestört fühlen können, z.B. wenn Leute gerade mit Rauchen aufhören wollen oder ein Alkoholproblem haben. Deswegen wünschen wir uns die Soliküche als einen drogenfreien Raum, und es wäre schön, wenn im Juz sowie draußen bei den Tischen nicht geraucht oder Alkohol getrunken wird. Wer rauchen oder ihr*sein Bier trinken will, kann dies außerhalb der Soliküche tun.

Wir kochen für euch!

Wenn ihr wollt, dass wir bei euren Veranstaltungen inner- oder außerhalb des JuzIs mitwirken (Konzerte, Demos, Festivals, …), sprecht uns an – wir sind offen für eure Anfragen! Meldet euch bei der Dienstags-Soliküche oder per Mail.

Es hat euch geschmeckt?

Toll! Auf unserer Internetseite veröffentlichen wir die Rezepte, die wir kochen. Ihr findet dort auch Ankündigungen von Aktionen, an denen wir beteiligt sind und habt die Möglichkeit, Kommentare zu hinterlassen. Wir freuen uns über eure Anregungen, Kritik oder Wünsche!